Einzelhandel · Zürich, Schweiz

Aus Zufall geboren

Die Brüder Gian und Florian Grundböck sind an der Peri­pherie von Zürich aufge­wachsen. Seit 2016 destil­lieren sie ihren eigenen Gin. Deux Frères ist ein durch­schla­gender Erfolg in einer Stadt, in der permanent neue Ideen geboren werden. 2023 haben die beiden Mitdreis­siger mit ihrer Brennerei neue Räume bezogen und sie zu einer Event­loca­tion ausgebaut. Ein Raum, in dem nichts zufällig wirkt und doch alles aus einem Zufall entstanden ist.

Wo die SBB, die Schweizerischen Bundesbahnen, früher ihre Zugwaggons unterhalten hat, ist eine grosse Transformation im Gange. Mit «Werkstadt Zürich» entsteht ein Ort für urbane und nachhaltige Produktion. Die historische Bausubstanz aus den 1900er-Jahren ist ein Leuchtturmprojekt moderner Stadtentwicklung. Mittendrin sind die Produktionsräume von Deux Frères, wo Gian und Florian Grundböck Gin und Wermut produzieren und Bio-Weine vertreiben. Aus dem Hobby Gin herstellen im elterlichen Bauernhof ist im Verlauf von zehn Jahren ein innovativer Getränkeproduzent geworden.

Gian und Flo wollen guten Geschmack herstellen. In einem umfassenden Sinn. Vom eigentlichen «Taste», über die eleganten Flacons und Etiketten, bis hin zur Möblierung in den historischen SBB-Hallen in Zürich-Altstetten. Nichts bleibt dem Zufall überlassen. Die beiden haben Sinn für Ästhetik. Markantes Design, Emotion und Erlebnis prägen die Marke, die sich fest im Getränkemarkt etabliert hat.

Am langen Tisch im Eventraum stehen klassische Stühle von Horgenglarus. Eine zweiteilige Konfiguration von USM ist mit verspiegeltem Spionglas ausgestattet und zieht den Blick auf sich. Die Elemente können einzeln als Sideboards oder ineinander verschränkt als Bartrolley genutzt werden. Daneben überrascht eine fast vier Meter hohe, mit Spiegeln ausgestattete Regal-Konfiguration von USM – darin werden die Distillerie-Erzeugnisse perfekt inszeniert. Ob ihr Gin, ihre Weine aus der Provence oder der neue Raumduft, gewonnen aus den Nebenprodukten der Ginproduktion und veredelt mit ätherischen Ölen, im Regal findet alles seinen Platz.

Gian schenkt ein Glas Gin ein. Mit dem Beifügen des eigenen Tonic Water wechselt das Getränk die Farbe. Das gin-typische wässrige Blau wird langsam Pink. Ein überraschender Effekt, der entsteht, weil die Anthocyane aus den Blüten und Wurzeln, die den Gin aromatisieren und färben, mit der Säure des Tonics reagieren.

Wir haben USM schon immer geliebt, es ist ein absoluter Klassiker. Wir möchten auch so ein Brand werden, ein zeitloser Klassiker.”
Gian Grundböck

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, euren eigenen Gin herzustellen, Gian? Habt ihr ein paar Flaschen Korn gekauft und Gewürze eingelegt?

Gian: Nein, das lief ganz anders. Mein Bruder und ich wollten schon immer etwas Eigenes machen. Flo ist Lebensmittelingenieur und hat Laborant:innen unterrichtet. Er musste ihnen das Destillieren beibringen. So ist die Idee entstanden.

Florian «Flo»: Das Verfahren ist eigentlich relativ einfach, und im Vergleich zur Whiskyproduktion benötigt man deutlich weniger Zeit, da die lange Fasslagerung entfällt. Was jedoch Zeit braucht, ist die Rezeptentwicklung: Ein gutes Rezept entsteht erst durch viele Versuche und Tastings.

Gian: Der Drang etwas Eigenes zu machen, kommt wohl von unseren Eltern. Sie hatten eine Physiotherapiepraxis und waren Unternehmer, auch wenn sie das nie so sagen würden. Wir hatten kein Geld und auch keine Ahnung von der Getränkebranche. Wir hatten nur Flos Know-how. Er hat etwa zwei Jahre ausprobiert, bis wir eine Rezeptur hatten, die uns überzeugte.

Flo: Als wir in der Schweiz eine Lohnbrennerei suchten, hat man uns belächelt. Einsteigen wollte keiner. Dann kam der Zufall zu Hilfe. Unser Vater ist Österreicher und kannte über drei Ecken einen Lohnbrenner.

Gian: Die Zusammenarbeit mit dem Brenner hat sechs Jahre gedauert. Er hat destilliert, wir haben den Gin abgefüllt und vermarktet. Das Hobby ist im Verlauf der Zeit immer aufwendiger geworden. Wir mussten uns entscheiden. Gehen wir all in? Flo war schon länger nicht mehr glücklich in seinem Job. So haben wir 2016 Deux Frères gegründet und sind 2018 voll eingestiegen.

Damals habt ihr auch euer erstes USM Möbelstück gekauft.

Gian: Ja es ist uralt, mindestens dreissig Jahre. Wir nutzen es noch heute im Büro. Wir haben USM schon immer geliebt, es ist ein absoluter Klassiker. Wir möchten auch so ein Brand werden, ein zeitloser Klassiker.

Design ist euch wichtig?

Flo: Wir betrachten nichts isoliert. Geschmack, Design und der Raum. Alles gehört zusammen – und alles darf sich weiterentwickeln. Etwa bei der Flasche für den Gin. Sie muss dunkel sein, weil Sonnenlicht die Farbstoffe zerstört. Und wir wollten eine Flasche, welche die Leute behalten. Wenn der Gin ausgetrunken ist, sollen die Leute eine Blume hineinstellen. Es ist wie bei USM – es soll nicht nur gut aussehen, sondern auch zeitlos, hochwertig und in der Nutzung flexibel sein. Unsere Produkte sollen als Gesamtpaket stimmen. Da gehört der Flacon dazu, die Grafik und der Raum hier, wo wir produzieren und neu Events veranstalten.

USM: Wie habt ihr die neuen USM Möbel konfiguriert?

Gian: Wir wollten USM Möbel, die funktional und ästhetisch sind. Etwa der zweiteilige Bar Trolley; seine Teile passen ineinander, können aber auch einzeln im Raum stehen. Das grosse Regalelement, das viele Spiegel aufweist und auf die Spiegelsäule im Raum antwortet, macht den Raum grösser, verschafft neue Einblicke. Und es schafft eine Art Bar-Optik. Das erinnert mich an New York. Wichtig ist: Alle Elemente sind funktional, unsere Produkte haben Platz und stehen im Mittelpunkt.

Auch in der Brennerei steht ein USM Trolley?

Flo: Der Trolley ist superpraktisch in der Produktion. Wir schieben ihn dorthin, wo wir ihn brauchen. Etwa um Etiketten aufzukleben. Er ist hygienisch – das ist wichtig für uns als Getränkeproduzenten – und er hält ewig. 

Jetzt sitzen wir hier in eurer neuen Location, nebenan steht ein richtig grosses Destilliergerät. Hättet ihr das vor zehn Jahren erwartet?

Gian: Nein. Wir sind sehr naiv gestartet, hatten Glück.

Flo: Naja, ein bisschen tüchtig waren wir schon auch.

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