Arbeiten

Creative Minds by USM: Gespräche über Krea­tivität

Wie entsteht eine gross­artige Idee? In unserer Serie Creative Minds sprechen wir mit Designern, Künstlern und Archi­tekten über Krea­tivität und jene Momente, die sie am meisten begeis­tern.

Kreativität verläuft selten geradlinig. Sie beginnt mit Neugier und überrascht oft sogar die Menschen, aus denen sie kommt. Wir haben mit drei Personen gesprochen, die den kreativen Prozess täglich erleben: Pascale, Teil des Künstlerduos Wiedemann Mettler, Industriedesigner Simon Busse und Produktdesignerin Luisa Kahlfeldt.

Wir wollten wissen, wie sie Kreativität verstehen, was ihren Prozess inspiriert und wie eine ausgeprägte Designsprache wie jene von USM ihr eigenes Denken beeinflusst.

Luisa Kahlfeldt

Die in Berlin lebende Produktdesignerin ist bekannt für ihre Marke Rayas Collective. Die farbenfrohen, handgewobenen Taschen werden von lokalen Handwerkerinnen in El Salvador aus recycelten Materialien gefertigt. Für Luisa kann eine Idee überall beginnen. «Schon als Kind hat mich immer interessiert, wie Dinge gemacht werden und woher sie kommen», erzählt sie. «Es ist fast wie ein Drang, der mich dazu bringt, etwas zu erkunden.» Diese Neugier hat sie auch über Grenzen hinweg begleitet: «Das Leben in verschiedenen Ländern und der Kontakt mit unterschiedlichen Kulturen haben meine Art zu arbeiten und zu denken geprägt.»

Für Luisa braucht es sowohl physischen als auch mentalen Raum, um kreativ zu sein. Ist dieser Raum einmal geschaffen, findet sie die grösste Freude mitten im Prozess. «Es gibt schon eine klare Richtung, aber noch so viele Möglichkeiten. Man kann noch spielen, und das macht unglaublich viel Freude.» Auch USM Möbel, mit denen sie aufgewachsen ist, spiegeln für sie diese Flexibilität wider. «Das modulare System passt sich dem Leben an, und nicht umgekehrt», sagt sie. «Sie bewegen sich mit einem mit und fügen sich in jede Umgebung ein.»

Mehr zu Luisas Marke Rayas Collective

Wiedemann Mettler

Wiedemann Mettler, das sind Pascale Wiedemann und ihr Mann Daniel Mettler. Die beiden arbeiten in einer kleinen, historischen Fabrikhalle in Zürich, wo sie Alltagsgegenstände in Kunst verwandeln. Für Pascale ist das Atelier selbst der Ort, an dem Kreativität gedeiht: «Das ist mein heiliger Ort.» Manchmal verbringen sie und Daniel mehr als 16 Stunden am Tag dort und arbeiten mit den unterschiedlichsten Materialien. Dabei entdecken sie mit künstlerischem Gespür das Unerwartete in gewöhnlichen Objekten. Auf die Frage, was Kreativität für sie bedeutet, zögert sie keine Sekunde: «Kreativität ist alles. Man findet sie überall.» Für Wiedemann Mettler ist sie zudem eine Notwendigkeit. «Wir müssen kreativ sein, um zu überleben», sagt sie. «Es ist, als hätten wir zu viel Kreativität in uns, die einfach raus muss. Wie bei einem Vulkan.»

Das Möbelbausystem USM Haller ist schon lange Teil ihrer Welt, zu Hause wie auch als Material für ihre Kunst. «Wir leben in USM Möbeln», sagt Pascale. Sie sieht darin auch eine persönliche Verbindung: «Für uns ist es sehr schön, weil die Möbel wie eine Kombination von Daniel und mir sind. Daniel ist Architekt, immer sehr präzise, und USM ist genauso. Aber es ist auch farbig, wie ich, und man kann es jederzeit verändern.» Passend dazu ist ihre liebste Phase im kreativen Prozess der Anfang. «Am Anfang ist alles möglich», erklärt Pascale. «Man kann eine neue Welt erschaffen.»

Mehr zur Arbeit von Wiedemann Mettler

Simon Busse

Simon Busse führt sein Studio für Industriedesign im Westen von Stuttgart, einem Stadtteil mit einer lebendigen Kreativszene aus Architektur, Grafikdesign und weiteren Disziplinen. «Die Einflüsse aus verschiedenen Bereichen inspirieren mich generell sehr», sagt er. Wenn Simon die Möbel von USM in seinem Büro betrachtet, erinnern sie ihn daran, wie wichtig Einfachheit für gutes Design ist. «Ich staune immer wieder, wie einfach ein Objekt gebaut sein kann», sagt er. «In einer sehr komplexen Welt ist es gut, Elemente zu haben, die sich einfach verstehen lassen.»

Für Simon funktioniert Kreativität wie ein Muskel: «Man muss sie trainieren. Es ist wie ein Input-Output-System, eine Art Energiemanagement. Man steckt Energie hinein, und irgendwann, zu einem unbekannten Zeitpunkt, bekommt man sie zurück.» Der Moment, den er im kreativen Prozess als besonders wichtig empfindet, ist die Präsentation vor einem Kunden. «Für mich ist es essenziell, den Kunden kennenzulernen und seine Bedürfnisse zu verstehen», sagt er. «Am Ende zählt für mich zu sehen, wie der Kunde reagiert. Er hat etwas im Kopf, und wir haben etwas im Kopf. Passen diese Vorstellungen zusammen?»

Mehr zur Arbeit von Simon Busse Studio

So individuell wie die Menschen dahinter

Herzlichen Dank an Pascale, Simon und Luisa für diese inspirierenden Gespräche!

Vielleicht lässt sich Kreativität nie abschliessend definieren, und genau das macht es so spannend, darüber zu sprechen. Scheinbar trägt jede kreative Person ihre eigene Antwort in sich, geprägt vom eigenen Prozess und der eigenen Art zu arbeiten. Das heisst auch: In der kreativen Welt gibt es noch viele Antworten zu entdecken. Und wer weiss, vielleicht ist das erst der Anfang von weiteren Gesprächen dieser Art.

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