Gebäude 2226 – Wohlfühltemperatur in zukunftsweisendem Modellbau

Lustenau, AT

Sofort steigen Bilder vor unserem inneren Auge auf, wenn uns ein Haus als Experiment und Prototyp angekündigt wird, als zukunftsweisendes Modell für energieeffizientes Bauen im 21. Jahrhundert: Bestimmt ist es ein High-Tech-Gebäude, voller futuristischer Materialien und elektronischer Gerätschaften, wie sollte es anders sein? Das Gebäude 2226 des Architekturbüros be baumschlager eberle im österreichischen Lustenau ist ein solcher Prototyp – und hat doch gar nichts von Science Fiction.


Dieses Gebäude wirkt trotz seiner Innovationskraft vollkommen selbstverständlich. Es ist solide und massiv, zeitlos und unaufgeregt, fast so etwas wie eine Rückbesinnung der Architektur auf sich selbst. Es ist ein strenger Kubus mit massiven Wänden, klaren Öffnungen und wohlproportionierten Räumen, errichtet aus alltäglichen, langlebigen Baustoffen. Dieses Haus hat eine intelligente Haustechnik und ist dennoch keine Maschine. Sein Grundprinzip ist Einfachheit, und dabei ist es alles andere als banal.

Die Verantwortung des Architekten

be baumschlager eberle sind nicht nur die Architekten, sondern auch Nutzer des  Neubaus. So konnten sie die Tragfähigkeit ihres Konzepts quasi im Selbstversuch überprüfen.

Zwei Geschosse des Gebäudes haben die Mitarbeiter des renommierten Planungsbüros, das weltweit mit neun weiteren Niederlassungen vertreten ist, bezogen. Die restlichen Flächen sind vermietet und werden variabel genutzt (Besprechungsräume, Cafeteria, Kunstgalerie, Wohnungen, Einzelbüros, Großraumbüros).

Schon immer waren der schonende Umgang mit Ressourcen und die Erhöhung der Lebensqualität in unserer gebauten Umwelt ein beherrschendes Thema der Arbeit des Büros und seines Mitbegründers Dietmar Eberle. Hierin liegt für ihn die „Verantwortung der Architekten gegenüber der Zukunft und gegenüber jenen, die nicht mitentscheiden können“.

Keine Heizung, keine Lüftung – und trotzdem jede Menge Komfort

Zwei Fragen treiben die Architekten also ganz grundsätzlich an – und besonders intensiv gingen sie diesen bei der Planung des Prototyps 2226 nach: Wie können sie sinnvolle Zusammenhänge für den Nutzer eines Gebäudes finden, ohne die Natur durch eine technische Umwelt ersetzen zu müssen? Und wie können sie mit noch weniger Energie noch mehr Komfort erreichen? Die Antwort fanden sie in diesem Fall in einer Art hausinternem Forschungsprojekt, das sie in Zusammenarbeit mit Bauphysikern und weiteren externen Fachplanern durchführten. Das Gebäude, in dem sie nun arbeiten, kommt gänzlich ohne mechanische Heizung, Lüftung und Kühlung aus. Das spart Geld und Energie. So fallen die Investitions- und Wartungskosten für die sonst üblichen technischen Systeme weg, außerdem wird auf diese Weise der Energieverbrauch gegenüber konventionellen Bürogebäuden deutlich gesenkt – dies obendrein bei sehr moderaten Baukosten.


Massive Bauweise, intelligente Steuerung

Den Erfolg des Konzepts machen vor allem zwei Faktoren aus: eine massive Bauweise und eine neu entwickelte Software, die für die Steuerung der Energieströme im Haus sorgt. Dabei kommt insbesondere der äußeren Hülle des Gebäudes eine zentrale Bedeutung zu. Hatten Architekten im Verlauf der Architekturgeschichte und gerade in der Moderne immer versucht, Fassaden aufzulösen, zu entmaterialisieren, sie immer leichter, dünner und transparenter zu machen, so geht das Gebäude 2226 den entgegengesetzten Weg und nutzt seine massive Baukonstruktion als Speichermasse. Es hat einen ungewöhnlich starken Wandaufbau aus zwei etwas unterschiedlich beschaffenen, jeweils 38 Zentimeter dicken Ziegelwänden, die miteinander verbunden sind. Während die innere Schicht für Stabilität sorgt, dient die äußere Schicht der Isolierung des Gebäudes. Eine zusätzliche Wärmedämmung ist nicht erforderlich.

Die massiven Wände können Wärme (die im Inneren allein durch Abwärme aller technischen Geräte und die Körperwärme der Mitarbeiter entsteht) speichern und abstrahlen. Im Sommer verhindern sie, dass sich das Gebäude zu stark aufheizt. Die holzumrahmten Fenster, die nur knapp ein Viertel der gesamten Oberfläche ausmachen, liegen innenbündig und sind so allein schon durch die Stärke der Wand überwiegend verschattet.

Weltweit akzeptierte Wohlfühltemperatur

Die Feinsteuerung des Raumklimas übernehmen Sensoren, indem sie das Aufgehen oder Schließen schmaler Öffnungsflügel veranlassen, die in die Fenster integriert sind. Im Winter gehen die Lüftungsflügel zum Beispiel automatisch auf, wenn der CO2-Anteil im Raum über einen bestimmten Wert steigt. Bei sommerlicher Hitze öffnen sich die Flügel in der Nacht, um die Innenräume natürlich zu kühlen. Auf diese Weise lässt sich gewährleisten, was „2226“ seinen Namen gab – die weltweit akzeptierte Wohlfühltemperatur von 22 bis 26 Grad Celsius. Hinzu kommen optimale Lichtverhältnisse und der entspannte, einladende Charakter der Räume.


Verständlicherweise sprechen die Architekten bei der Beschreibung ihres wohltemperierten Hauses recht wenig von Zahlen und Fakten oder von technischer Performance. Viel mehr betonen sie Begriffe wie Behaglichkeit, Atmosphäre und Wohlbefinden.

USM als Maß der Dinge

Sideboards und Regale von USM bieten im Bürogebäude 2226 nicht nur Stauraum, sie gliedern auch die Arbeitsbereiche und geben ihnen im Wechsel mit eleganten, lang gestreckten Holztischen eine klare räumliche Struktur.

Die Besprechungsbereiche sind mit USM Haller Tischen ausgestattet.

Nicht erst im Neubau, auch schon in den früheren Büroräumen hatten be baumschlager eberle auf das USM Möbelbausystem Haller gesetzt. Darin läge – abgesehen vom guten Design – eigentlich schon begründet, woher die Begeisterung für USM komme, heißt es aus dem Büro: Ein Großteil der USM Möbel im Gebäude 2226 sei nämlich schon 15 Jahre alt. Aber man könne sie eben einfach weiterverwenden, so langlebig und adaptierbar wie sie seien. In diesem Fall wurde USM Haller sogar zum Maß der Dinge. Die Abmessungen des vorhandenen Grundmoduls nahmen die Architekten als exakte Vorgabe für die Arbeitstische, die sie eigens für das Projekt entwarfen und aus Eichenholz anfertigen ließen.

Bis in die Möblierung hinein gilt also bei diesem beispielhaften Bauvorhaben: Wirklich nachhaltig und zukunftsfähig sind nur Solidität und Beständigkeit, viel mehr als selbst die allerneueste technische Spielerei. 

Inhalte teilen
  • Share on Google+
  • Pinterest
  • Twitter
  • Facebook
  • E-Mail

USM Newsletter

Hier erhalten Sie mehr Informationen über neue USM Produkte und Veranstaltungen.

Bitte überprüfen Sie die Emailadresse

Bitte treffen Sie eine Auswahl

Bitte treffen Sie eine Auswahl

Bitte senden Sie mir die gewünschten Informationen. Die Datenschutzbestimmungen habe ich gelesen und stimme ihnen zu.*

Die Anmeldung konnte leider nicht durchgeführt werden. Bitte prüfen Sie Ihre Internetverbindung und/oder versuchen Sie es später erneut.

Besten Dank für Ihre Anmeldung.

Besuchen Sie uns auch auf Facebook

Schließen