Bauernhof für Baumeister

Muttenz, CH

Produktiv war man hier schon immer. In dem Gebäude, in dem jetzt das Büro von Huesler Architekten und Oppenheim Architecture residieren, hat die Arbeit seit 1743 ein Zuhause. Aus diesem Jahr datiert der Bauernhof mitten im historischen Ortskern neben der Wehrkirche St. Arbogast, den Beat Huesler umgebaut hat. Der Architekt hatte den Zuschlag erhalten, nachdem die Gemeinde bei Basel entschieden hatte, das stattliche Anwesen im Baurecht abzugeben und für das Projekt einen Wettbewerb ausgelobt hatte.

Wie seit Jahrhunderten sind jetzt Wohnen und Schaffen in einem Gebäudekomplex vereint. Der besteht aus der sanierten Scheune, dem Wohnteil, in dem nach dem Umbau zwei neue Eigentumswohnungen entstanden und einem Familienhaus an der Stelle des baufälligen Schopfs.

Die ehemalige Scheune, die man vom Kirchplatz aus durch das große Tor mit der Glastür im Rundbogen betritt, führt durch einen Konferenz- und Versammlungsraum geradewegs hoch in die moderne, international vernetzte Arbeitswelt. Seit 2008 besteht eine enge Partnerschaft zwischen dem Schweizer Büro und den amerikanischen Kollegen von Oppenheim Architecture + Design in Miami, die somit ihre europäische Niederlassung am Kirchplatz in Muttenz lokalisieren.

Über dem Eingangsgeschoss entfaltet sich das Büro als helles offenes Raumgefüge auf vier Ebenen. Das Gerippe der alten, nun weiss gestrichenen Balken erinnert an das ursprüngliche Tenn. Die rustikale Vergangenheit findet ihre Zukunft in einem ganz selbstverständlich wirkenden Purismus. USM Haller Sideboards in Lichtgrau und perlweiss ergänzen die rund fünfzehn Arbeitsplätze an langen Schreibtischen und Besprechungs-Inseln. Beat Huesler hat sich für die USM Möbel entschieden, weil sie seinen Anspruch an die Büro-Einrichtung erfüllen. „Sie sind flexibel, modern, zeitlos“, lobt der Architekt das Möbelbausystem aus Münsingen. Zur Erst-Ausstattung hat er inzwischen weitere USM Mehrzweckschränke gekauft und im Büro verteilt.

Was das bäuerliche Gebäude von einst mit der heutigen Arbeitswelt eint, ist die Konzentration auf das Wesentliche und auf das Pragmatische. Wo früher sicher eine Leiter die Scheunenböden verband, hat Huesler eine weisse Treppe eingestellt, die wie eine Skulptur den luftigen Raum durchmisst. Weil die Geistesarbeit von heute nach mehr Licht verlangt als die Körperarbeit von einst, wurden bei der Sanierung des vormals fast fensterlosen Wirtschaftsgebäude neue Öffnungen in die seitliche Giebelwand und in den rückwärtigen Scheunenteil eingelassen.

Den alten Böden, die im Tenn nicht mehr trugen, blieb ein würdiges Weiterleben am Ort. Hinter der Scheune hat Beat Huesler an Stelle des Schopfs sein Familienhaus errichtet. Der Ersatzneubau mit dem Volumen des Vorgängergebäudes trägt als Fassadenschalung nun die demontierten, gereinigten und gebürsteten grauen Bretter der Scheune.

Das Wohnhaus hat über 300 Quadratmeter Fläche auf drei Geschossen. Geht es beim Tenn um die Begegnung der Arbeitswelt von einst und jetzt, so kombiniert das Domizil für die vierköpfige Familie ein zeitgenössisch-urbanes Design mit den Vorzügen des ländlich-entspannten Lebens auf Freisitzplätzen und im Garten.

Mit seinem ausgebauten Sockelgeschoss, in dem die Zimmer der Kinder sich zu einem Hof öffnen, ist das ganze Haus zum Grünen orientiert. Die zweigeschossige Fassade des hohen Essbereichs ist ganz verglast; der Übergang vom langen Tisch drinnen mit der Platte aus wiederverwendetem asiatischen Schiffholz, den Horgenglarus Stühlen und der Hängeleuchte von Flos ist fliessend zum Essplatz draussen auf der Terrasse.

Die innere Struktur bestimmen die vom Architekten entworfenen Einbauten aus geölter Eiche, die nicht nur Möbel, Küchen- oder Badezimmer-Elemente sind, sondern auch die Zugänge zu Räumen aufnehmen.

Die großen Holzflächen, der graue Natursteinboden aus Peperino Grigio-Platten und die Wohnraum-Wand aus slowenischem Tuff mit dem Cheminée bringen Harmonie ins private Reich.

„Das Atelier und das Haus sind physisch getrennt“, erklärt Beat Huesler, „wenn auch nur ein bisschen mehr als einen Meter. Diese Schwelle ist jedoch wichtig für mich und für mein Gefühl zwischen der Arbeits- und Wohnwelt.“

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